Aktuelles

Zur Zeit erscheint in Warschau eine Artikelserie über die Bemühungen des Auslands-Nachrichtendienst des SD im Zweiten Weltkrieg, den polnischen General Wladyslaw Anders aus der Anti-Hitler-Koalition zu lösen.

Neues Projekt

In einem Kommandounternehmen des Auslands-SD, Amt VI RSHA, wurde im Rahmen vielfältiger ähnlicher Versuche ein Agent nach Palästina geschickt, um dort im Hauptquartier der polnischen Truppen in Jerusalem mit General Waldyslaw Anders Kontakt aufzunehmen und eine Funkverbindung von Jerusalem nach Warschau zu einer Funkstelle der Widerstandsorganisation Miecz i Plug einzurichten, die vom Amt VI abgehört werden sollte. Das Projekt beschreibt, wie fatal dieses Unternehmen scheiterte und wie weltfremd und unwissend deutsche Geheimdienstler an die Operation herangegangen sind. Gleichwohl war dieser Agent einer der gefährlichsten für die Allianz, denn er setzte am möglichen Bruchpunkt der Anti-Hitler-Koalition an, dem polnischen Verbündeten und dessen Verhältnis zur UdSSR. Die Lebensgeschichte des Agenten und seine unglaublichen Begegnungen auch nach dem Kriege sollen in einem Buch niedergeschrieben werden, das im Frühjahr 2013 erscheinen soll.

Vom Großstollen Dortmund bis zur Festung Brest Litowsk

Im März 2014 wurden Dreharbeiten in der größten unterirdischen Luftschutzanlage in Europa, der Großstollen in Dortmund, für die ZDF-Reihe "Terra X" - Arbeitstitel "Deutschland von unten" - durchgeführt. Die gigantische Anlage, die wegen akuter Lebensgefahr geschlossen ist (Faulgase, Methan und CO2) wurde ab 1941 gebaut, aber nicht fertig gestellt, gleichwohl aber von etwa 25.000 Menschen bei Luftalarm aufgesucht. Die geplante Aufnahmekapazität soll bis zu 150.000 Menschen betragen haben. Mit dem Erreichen von US-Truppen in Dortmund April 1945 wurden die Bauarbeiten eingestellt. 

Zur Gedenkfeier in Brest-Litowsk anläßlich des deutschen Angriffs auf die UdSSR am 22. Juni 1941 reiste eine Gruppe des Berliner Unterwelten Vereins nach Weißrußland, um für die Opfer des Krieges einen Kranz niederzulegen. Im Rahmen der Feierlichkeiten fand auch eine Begegnung mit Veteranen des "Großen Vaterländischen Krieges" statt. Es war eine interessante Reise, auch in die Vergangenheit, die in Belorußland bis heute anhält.

Am 25. und 26. September 2014 wurde der Berliner Unterwelten Verein e.V. bei Veranstaltungen in Dortmund auf der Zeche Zollern und Hattingen in der Henrichshütte vorgstellt. Die Vortragsräume waren komplett besetzt. Einen besonderen Dank gilt den Mitarbeitern des LWL, Frau Marion Lange und Herrn Dr. Olaf Schmidt-Rutsch für die gute und liebenswerte Betreuung.

 

Stollengang in der Luftschutz-Großanlage unter der Innenstadt von Dortmund.
Das monumentale Denkmal auf dem Gelände der ehemaligen Festung Brest-Litowsk.

Berlin im Oslofjord...

 

2015 ging eine Forschungsreise in den norwegischen Oslofjord auf die kleine Granitschäre Store Raholmen. Dort wurden vor dem Zweiten Weltkrieg in einem größeren Maße Granit gebrochen, der u.a. auch für die deutschen Großprojekte wie Germania - die Umwandlung Berlins zur Welthauptstadt "Germania" und für andere Großbauten. Erstaunlicherweise gab es auf dieser kleinen Schäre noch zahlreiche Steine, die bereits bearbeitet waren und Auskunft über verschiedene Formen geben konnten. Teilweise waren sie schon verpackungsfertig an den Kai gestellt worden. Mittlerweile war aber das Holz, mit dem man die Ware umwickelt war, weggefault, nur noch die Stahlbünder, die darum herumgebunden worden waren, sind noch zu sehen.

Für die Erweiterung der Ausstellung "Mythos Germania" wurde überlegt, ob man einen oder zwei bereits ausgeformte Steine der Ausstellung hinzufügen könne. Es wurden fünf Mustersteine vermessen und fotografiert. Eine Zuführung ist noch nicht in die Ausstellung geschehen.

Die kleine Granitschäre Store Raholmen.
Formsteine auf der Schäre Store Raholmen.
Marie B. mit Herrn Robin Christiansen auf Store Raholmen.
Mit Marie B. vor dem 40,6 cm Küstengeschütz in Trondesnes

Forschungsarbeiten im Mittelmeerraum

 

2013 und 2016 ging es in mehrere Länder Südeuropas, um dortige Festungsanlagen sowie unterirdische Tunnel zu studieren. Überraschend war z.B. auf der Mittelmeerinsel Malta, daß unterirdische Luftschutzanlagen mittlerweile in Museen integriert sind und ein ähnliches Konzept wahrgenommen wird wie bei den Berliner Unterwelten, wo der historische Raum selbst museal wird. Die unterirdischen Räumlichkeiten des alliierten Hauptquartiers Lascari War Rooms sind mit sehr viel Aufwand und detailgetreu für Besucher aufgebaut worden. Ein Teil dieser unterirdischen Anlage, der nach dem Kriege von der NATO genutzt wurde, wird demnächst auch für den Besucher zugänglich werden.

Dieses Jahr ging es in die World War II - Tunnels im Felsen von Gibraltar. Obwohl die Tunnel nicht wie deutsche unterirdische Anlagen ausbetoniert oder mit Backsteinen verkleidet worden sind, machen diese im Rohbau wirkenden Tunnel großen Eindruck. Zuerst waren ab 1940 angesichts des Krieges britische Pioniere mit dem Vortrieb befaßt, doch dann wurden professionelle kanadische Mineure herbei gebracht, die eine einwöchige Arbeitsleistung an einem Tage schafften. Übrigens werden in diesen Tunneln Führungen angeboten, u.a. von dem mit hervorrragender Fachkenntnis ausgestatteten Eric Dekker aus den Niederlanden.

Nicht der gesamte unterirdische Komplex ist zugänglich, da noch Bereiche vom britischen Militär und Nachrichtendienst genutzt wird.Die Straße von Gibraltar eignet sich hervorragend, um den Schiffsverkehr zu beobachten und zu kontrollieren.

Erstaunlich allerdings war die Entdeckung einer Bunkerlinie auf der spanischen Seite in La Linea de la Concepcion. Von Algeciras bis zum östlichen Ende des Rollfeldes des Gibraltar-Flugplatzes waren 461 Bunkeranlagen gebaut worden, um einem möglichen britischen Angriff vom Süden her aufzuhalten. Es dürfte äußerst interessant sein, Planung, Bau und Besetzung dieser Bunkerlinie zu erforschen im Kontext mit der politischen Rolle Frankos, Hitlers und, wie Paul Day sein Buch nannte, den Freunden von Franco - gemeint sind die Briten - und deren Konstellationen zueinander.

Eingangsbereich zum unterirdischen HQ der Lascari War Rooms.
In den Lascari War Rooms (Malta) wurde die Landung auf Sizilien am 10. Juli 1943 "Operation Husky" geplant.
Räumlichkeit im unterirdischen alliierten HQ, den Lascari War Rooms, Malta.
Unterirdischer Luftwaffenstützpunkt der Regia Aeronautica auf Pantelleria.
Von Privathand vorgetriebene Luftschutz-Tunnel im Kalkstein von Malta.
Die neapolitanischen Zisternen unter der Stadt dienten im Zweiten Weltkrieg als LS-Räume.
Zugang zu einer unterirdishen Anlage in Coleferro, wo Tausende von Menschen monatelang Schutz vor den Kämpfen und Bombardierungen gefunden hatten.
Gang in der unterirdischen Anlage von Coleferro.
Ausgebauter Tunnelgang am Monte Serrate, dem HQ vom Oberbefehlshaber Süd, GFM Kesselring.
Unterirdische Luftschutzanlage am Monte Serrate.
Unterirdischer Gang im Felsen von Gibraltar.
Britische Pioniere beim Stollenvortrieb im Felsen von Gibraltar.
Tunnel im Felsen von Gibraltar.
Vor dem Felsen von Gibraltar. Kampfbunker in La Linea de la Concepcion.

Begehung des AEG-Tunnels am Humboldthain 10. August 2016

Am 10. August 2016 fand auf dem Gelände des ehemaligen AEG-Konzerns an der Volta-Straße nahe des Humboldthains eine Begehung des AEG-Tunnels statt, der bereits am Ende des 19. Jahrhunderts entstanden war und einen Warenaustausch auf Schiene zwischen den AEG-Werken am Humboldthain und den AEG-Apparetewerk in der Ackerstraße ohne Verkehrsbehinderung über der Erde gewährleisten sollte. Während des Ersten Weltkrieges wurden in diesem Tunnel Granaten gedreht und während des Zweiten Weltkrieges diente dieser 295 m lange, 2,60 m breite und 3,16 m hohe Tunnel als Werkluftschutzstollen für die zahlreichen Mitarbeiter der AEG. Dieser Tunnel war allerdings wegen der nicht sehr hohen Überdeckung von drei bis dreieinhalb Metern nach damligen Maßstäben und Vorgaben für den Stollenausbau nicht bombensicher.

Der AEG-Tunnel am Humboldthain mit Schienengleis.
Zugang zum AEG-Tunnel, im Zweiten Weltkrieg als Werkluftschutzstollen für die Mitarbeiter der AEG genutzt.
AEG-Tunnel, an den Wänden Energieleitungen und Halterungen für Leitungen.
Der AEG-Tunnel verläuft in einer großen S-Kurve.

Neue Bücher erschienen

 

Ende April 2016 ist bei den Berliner Unterwelten Edition ein neues Buch über die Flaktürme in Berlin, Hamburg und Wien erschienen. Zum ersten Mal werden die Daten und Informationen, die in den letzten 15 Jahren gesammelt worden waren, vorgestellt. Die Erlebnisse von Schutzsuchenden und Soldaten, Luftwaffenhelfer und Rot-Kreuz-Schwestern, Offizieren und Ärzten sowie die Einschätzung der Alliierten werden hier ausgeführt.

Die Wirtschaftlichkeit gemessen an militärischen Erfolgen - Abschüsse von Flugzeugen - fällt möglicherweise nicht günstig aus. Bewährt haben sich aber die Flaktürme in Berlin z.B. dadurch, daß sie als bombensichere Depots für die Berliner Kunstwerke verwendet wurden und durch die Zurverfügungstellung für die Berliner Zivilbevölkerung der nicht militärisch genutzten Räume als bombensichere Luftschutzräume. So fanden bei Großangriffen bis an die 60.000 Menschen pro Flaktumpaar bombensicheren Luftschutz.

Das Buch (Paperback) kann über die Berliner Unterwelten Edition für den Preis von 30 Euro bezogen werden. ISBN: 978-3-943112-03-0

Im Januar 2016 ist ein neues Buch in holländischer Sprache erschienen, das die S-Bootbunker an der niederländischen Küste während des Zweiten Weltkrieges und in der Nachkriegszeit behandelt. Es werden die Schnellboot-Bunker in Rotterdam und Ijmuiden vorgestellt mit den dazu gehörigen Bunkern für Torpedos, Minen oder Treibstoffvorräte. Hinzu kommt das Großprojekt eines "Superbunkers" für Schnellboote in Den Helder, der nie gebaut worden ist.

Das Buch kann für 29,80 Euro bei den Berliner Unterwelten bestellt werden.

Die ISBN-Nummer lautet: 9-789082-351514

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